Möglichkeiten der Kälberhaltung

Kälberiglus machen Dich erfolgreicher

In diesem Artikel werde ich Dir die natürlichen Bedürfnisse Deiner Kälber sowie deren Entwicklung in den ersten Lebenswochen darstellen. Damit einhergehend wirst Du erfahren warum Kälberiglus die optimale Lösung sind und wie Du diese für eine erfolgreiche Kälberhaltung einsetzt.

 

 

Kälberhaltung bis zur 2. Lebenswoche:

Nach der Geburt auf der Weide sucht sich das Kalb einen geschützten Platz. Daher wird das neugeborene Kalb auch Abliegejunges bezeichnet. Die Mutter ruft das Kalb für die nächste Säugung. Ansonsten bleibt das Kalb für die nächsten 5 – 7 Tagen an seinem geschützten Platz. Nach diesen 5-7 Tagen wird das Kalb zum ersten Mal zur Herde geführt.

Einzelhaltung ist dem natürlichen Verhalten entsprechend:

Dementsprechend ist die Einzelhaltung dem natürlichen Verhalten entsprechend. Kälberiglus/-hütten sind dafür die optimale Lösung. Diese bieten dem Kalb den geringsten Keimdruck, vorrausgesetzt die Iglus sind sauber.

Außenklimahaltung:

Dabei eignet sich die Außenklimahaltung am besten. Dadurch sind die Kälber der frischen Luft und den Umweltreizen sofort ausgesetzt. Das wirkt sich positiv auf die spätere Entwicklung aus.

Bei der Außenhaltung muss der Liegebereich immer trocken und gut eingestreut sowie windgeschützt sein. Die Kälber sind nach der Geburt Kältetolerant und können dementsprechend auch im Außenbereich gehalten werden. Wichtig ist jedoch, das der Kälberiglu oder die Kälberhütte nicht an der Nordseite des Stalles steht. Daran anschließend sollte es kein Platz sein, an dem es nur Schatten gibt. Das Kalb braucht Sonne und Wärme.

Zur Sommerzeit muss für Belüftung und Beschattung gesorgt werden. Dadurch wird Hitzestress vorgebeugt. Bei hohen Temperaturen kann ein Holzdach für mehr Schatten und ein besseres Klima sorgen.

Unsere Top-Empfehlung: Einzeliglu von Kerbl

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Kälberiglu/-hütte:

Bei der Haltung in Kälberiglus/-hütten sollte immer auf folgende Faktoren geachtet werden:

  • Warme Liegefläche mit genügend Stroh.
  • Frische Luft.
  • Öffnung Richtung Sonnenaufgang (Osten).
  • Keine Zugluft und Schutz vor kaltem Wind.
  • Querlüftung und Beschattung muss zur Sommerzeit gewährleistet werden.
  • Wasser und Nahrung müssen täglich erneuert werden und sollten vor Witterungseinflüssen geschützt sein.
  • Das Iglu/Die Hütte muss nach der Reinigung 2 Wochen leer stehen gelassen werden.
  • Kälberiglus/-hütten im Freien sollten öfters den Standort wechseln.
  • Auf betonierten Flächen sollte immer eine Auffanggrube für Jauche und Oberflächenwasser vorhanden sein.

Vorteile:

Die Vorteile bei der Haltung in einem(r) Einzeliglu/Kälberhütte sind vielerlei. Wie schon erwähnt erfüllt es die Klimaanforderungen des Kalbes. Daneben ist der Infektionsdruck gering und der Standort kann schnell gewechselt werden. Zudem erleichtert es Dir die Tierkontrolle. Desweiteren ist es den Tieren in der Einzelhaltung nicht möglich sich gegenseitig zu besaugen. Auch die Stallplatzkosten pro Tier erweisen sich als positiv, da sie nur sehr gering sind.

Nachteile:

Diese Form von Kälberhaltung stellt Dich vor größere Managementanforderungen. Wie schon erwähnt ist die Belüftung extrem wichtig, da im Sommer bis zu 60° C innerhalb des Iglus entstehen können. Ein weiterer negativer Punkt ist, dass die Fortsetzung der Aufzucht unter Außenklimabedingungen notwendig ist.

Weitere Kälberiglus findest Du auf unserer Startseite.

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Kälberhaltung von 3. bis 8. Woche

Die Kälber können bis zur 8. Lebenswoche in Einzeliglus gehalten werden. Dabei ist auf die Haltungsvorschriften zu achten. Diese Lange Einzelhaltung ist jedoch auf keinen Fall zu empfehlen.

Gruppenhaltung:

Dagegen ist die Gruppenhaltung sehr zu empfehlen. Diese Form von Haltung bringt die meisten Vorteile mit sich. Du solltest die Umstallung so früh wie möglich durchführen. Im besten Fall beginnst Du damit zwischen dem 10. und em 21. Lebenstag Deines Kalbes. Eine gute Möglichkeit ist hierbei das Kalb nach der Einzelhaltung zunächst mit nur einem weiteren Kalb zu halten. Damit bereitest Du Dein Kalb auf die Haltung mit mehreren Kälbern vor.

Die Gruppenhaltung bietet sich in Außenklimaställen oder großen Iglus besonders gut an. In diesen haben die Kälber die Möglichkeit sich frei zu bewegen. Diese Bewegungsfreiheit fördert den Bewegungsapparat und stärkt die Vitalität der Kälber.

Bei der Mutterkuhhaltung, also bei der natürlichen Aufzucht, entstehen durch die Kälber eine Art Kindergarten. Dadurch werden Kontakte geknüpft und ihr Sozialverhalten wird gestärkt. Anhand dessen kann man sehen, dass die Gruppenhaltung der Natürlichkeit weitestgehend entspricht und das es das Sinnvollste für Dein Kalb wäre.

Am wichtigsten bei der Gruppenhaltung ist, dass die Tiere sich ungehindert bewegen, Trinken und fressen können.

Anbindehaltung ist verboten:

Daher ist die Anbindehaltung auch verboten.

Weitere Vorteile bei der Gruppenhaltung sind die frühere Aufnahme von Raufutter und arbeitswirtschaftliche Aspekte. Damit ist gemeint, dass nicht mehrere Einzeliglus sauber gemacht werden müssen, sondern nur ein einziger Iglu/Stall.

kaelber-gruppenhaltung

Wichtig zu beachten ist noch, dass der Stall im Winter Sonnenlicht einfallen lässt und das die Zugluft reduziert wird. Dies kann z.B. mit Windschutznetzen erreicht werden.

Ansteckungsgefahr:

Die Ansteckungsgefahr ist bei kontinuierlicher Belegung deutlich erhöht. Die Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit, erhöhter Schadgaskonzentration und einem ständig belegtem Stall begünstigt einen Platz für erreger. Dabei ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch.

Das Rein-Raus-Verfahren sollte durchgängig angewendet werden. Nach der Ausstallung sollte das Iglu oder die Hütte/Abteil gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Außenklimahaltung senkt die Ansteckungsgefahr:

Die Tiere sind bei der Außenklimahaltung weniger Ansteckungsgefährdet.

Probleme entstehen meißt dann, wenn die Tiere von Außen nach Innen umgestallt werden.

Kälberhaltung über 8 Wochen

Ab diesem Altersabschnitt ist die Kälberhaltung vorgeschrieben.

Haltungsvarianten für die Gruppenhaltung:

  • Tiefbucht, Einflächenbucht
  • Zweiflächenbucht
  • Liegeboxenstall
  • Gruppeniglus, Hüttensysteme

Tiefbucht, Einflächenbucht:

Hierbei beträgt der Stohbedarf pro Kalb bei etwa 2-4 kg, pro Tag (1.-6. Lebensmonat). Dazu sollte das Kalb eine Fläche von mindestens 2 m² haben. Im Falle von Fliegenproblemen sollte etwa alle 10 Tage der Festmist entfernt werden. Desweiteren ist auf den Klauenzustand zu achten.

Zweiflächenbucht:

Die Buchtentiefe sollte mind. 4 m betragen. Hierbei sollte der Fressplatz 35 cm erhöht und ungefähr 150 cm lang mit 5 % Gefälle hin zur Liegfläche sein. Der Strohaufwand pro Tier liegt bei 1,5 – 3 kg.

Liegeboxenstall:

Liegeboxenställe sollten erfahrungsgemäß erst nach dem 3. Lebensmonat dem Kalb angeboten werden.

Das Liegeplatz – Verhältnis muss 1:1 sein, sonst kann es Probleme mit Spaltenliegern geben.

Liegeboxenstallung

Gruppeniglus und Hüttensysteme:

Diese Form der Haltung hat sich über die vergangenen Jahre bewährt und wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kälber aus. Hierbei werden bis zu 15 Kälber in einem Iglu gehalten. Es empfiehlt sich die Gruppeniglus auf befestigtem Boden mit Jaucheabfluss zu stellen.

Die Einstreu in den Iglus sollte mindestens alle 3 Wochen gewechselt werden.

Gruppeniglus bieten den Kälbern optimale Klimaverhältnisse. Dementsprechend werden die Kälber vor Infektion resistenter und haben geringeren Infektionsdruck.